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Mit der Inthronisierung Diocletians (284-305) und Einführung der Tetrarchie im Jahre 284 n. Chr. endete die chaotische Situation, in die das römische Imperium seit der Mitte des 3. Jahrhunderts geraten war. Mittels umfassender Reformen des Heeres und der Verwaltungsstrukturen gelang dem Kaiser die Stabilisierung seiner Herrschaft sowie der gesamtpolitischen Situation des römischen Reiches. Die Provinzen wurden verkleinert, ihre Zahl erhöhte sich von bislang 57 auf 100 im Jahre 297 und 120 ab 400 n. Chr. Die Provinzen wurden erst in 12 später in 17 Diözesen als übergeordnete Verwaltungseinheiten gegliedert.

Auch das Heer unterlag tiefgreifenden Reformen. Die Größe der Legionen wurde drastisch auf jeweils ca. 1000 Mann reduziert. Die Grenzgarnisonen wurden nun von Limitaneinheiten (limitanei) besetzt. Die übrigen Truppenteile wurden im Bewegungsheer (comitatenses) zusammengefasst. Einige Legionen behielten ihre alten Namen, bei anderen lassen sich die ursprünglichen Truppenteile aus der neuen Bezeichnung erschließen so wurde z. B. LEG XXX zu tricensimae, LEG I MINERVIA PF zu minervii oder minerbes, etc.

Bereits unter Constantin I (306-337) wurde mit der Verstärkung der Befestigungen an der Rheingrenze begonnen. So errichtete man Großfestungen wie in Xanten (tricensimae), Köln-Deutz (divitia), Andernach (antonacum), Koblenz (confluentes)und Boppard (bodobriga). Entlang der Grenzen von Rhein und Donau sowie im Inland der Provinzen entstanden so über 100 befestigte Stützpunkte, die der Stabilisierung der römischen Herrschaft in den Nordprovinzen dienten.  Nach dem Tod Constantins im Jahre 337 erfolgte erneut eine rasche Destabilisierung der innen- und außenpolitischen Lage. Seine Nachfolger wurden seine Söhne Constantin II, Constantius II und Constans. Die missliche Lage gipfelte in der Usurpation des Franken Flavius Magnus Magnentius, der als Offizier in römischen Diensten stand im Jahre 350. In der Schlacht bei Mursa im Jahre 351 wurde Magnentius durch das Heer des Constantius II geschlagen, woraufhin er sich mit seinen Truppen nach Gallien zurückzog. 353 in der Schlacht von  mons seleucus erlangte er eine erneute Niederlage und beging Selbstmord. 

Infolge des gewaltigen Verlusts an Truppen, die ansonsten die Grenzverteidung sicherten, gelang es den germanischen Feinden die nördlichen Provinzen zu überrennen. Weite Gebiete gingen für Jahre verloren. Erst Julian konnte die verlorenen Gebiete in der Zeit von 356 bis 359 wieder dem Reich angliedern. Er verstarb im Jahre 363 nach einer schweren Verwundung auf einem Feldzug gegen die Parther im Osten des Reiches. 364 erlangte Valentinian die Kaiserwürde. Ab 369 begann er sein großes Festungsbauprogramm entlang der Reichsgrenzen. Er verstarb 375 infolge eines Schlaganfalles. Sein Sohn Gratian führte als letzter römischer Kaiser 378 einen Feldzug auf rechtsrheinisches Gebiet persönlich an.

Die Auflösung des südlichen Rheinlimes erfolgte in den Jahren 406/407. Die Grenze der germania secunda dürfte spätestens mit dem Ende der Regierung des Iovinus 413 gefallen sein. Die ehemalige Provinzhauptstadt civitas Agrippina (Köln) fiel vor 459 in fränkische Hand. Die römische Ära im Rheinland war somit endgültig beendet.

 

Gesellschaft für

interaktive Experimentalarchäologie in Deutschland e. V.