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| In diesem Projekt präsentiert GiED e.V. die Darstellung einer Legionseinheit des 2. Jahrhunderts n. Chr. antoninischer Periode. Diese Zeitstufe stellt eine wissenschaftliche Herausforderung dar. Sie ist zum einen eine Phase des Umbruchs im Militärwesen und neuer kultureller Einflüsse, zum anderen eine lang anhaltende Zeit des Friedens, der pax romana. Aus der Erfahrung zahlreicher Feldzüge und der Konfrontation mit neuen Kulturen entwickelte sich im römischen Militär eine 'zielgruppenorientierte' Ausrichtung der Kampfesweise und damit der Ausrüstung. Des weiteren bewirkten eine Vielzahl peregriner Einflüsse einschneidende Veränderungen im äußeren Erscheinungsbild der Legionäre.
Das altbekannte Bild des Legionärs wie er noch auf der Trajanssäule dargestellt ist, mit kurzer tunika, lorica segmentata, pteryges, caligae und höchstens knielanger bracae verschwamm immer mehr, bis zu einer, im römischen Sinne, eher barbarischen Erscheinung. Den Umweltbedingungen in den neuen Provinzen angepasst trug man nun die tunica manicata mit langen Ärmeln. Neben den Kniehosen etablierten sich mehr und mehr knöchellange Hosen oder auch Hosen mit Füßlingen. Bereits seit dem ausgehenden 1. Jahrhundert bevorzugte man geschlossenes Schuhwerk. Calcei und perones lösten die offenen, wenig wintertauglichen caligae ab. Zum Schutz gegen Kälte wurden gestrickte Socken oder knielange Tuchstrümpfe getragen. Bislang wenig Erwähnung fanden Applikationen wie clavi, segmenta, gammadia, etc. auf Gewändern, Mänteln und weiteren Alltagsgegenständen aus Stoff. Mit der Stationierung orientalischer Truppenteile in den Westprovinzen verbreiteten sich orientalische Modeeinflüsse. Mit neuen Feinden änderte sich das taktische Vorgehen und die Kampfesweise. Die bislang recht statischen Formationen der mit scutum, pilum und gladius schwerbewaffneten Legionen war den oftmals schnell beweglichen Gegnern langfristig unterlegen. Schon die Berichte der Varusschlacht als frühestes Zeugnis partisanenartiger Kampfesweise römischer Feinde sind Beispiel für die geringe Tauglichkeit der Legionen unter besonderen Umständen. Auch in den Dakerkriegen Trajans stellte sich die partiell geringe Tauglichkeit der römischen Rüstungen heraus. Das daraus archäologisch fassbare Resultat war die Verstärkung der späten Weisenau Helme mit Kreuzbügeln. Eine Innovation die bei späteren Helmformen konsequent weiterentwickelt wurde. Ein weiterer Schritt war die Einführung der spatha - des Langschwertes. Bei der Kavallerie war dieses, in keltischer Tradition stehende Schwert bereits seit dem 1. Jh. n. Chr. in gebrauch. Die Konfrontation mit neuen Gegnern, die es Verstanden, ihre Gegner im Nahkampf auf Distanz zu halten, erforderte Anpassung. Die Problematik in der Rekonstruktion wird bedingt durch den geringen Bestand archäologischer Hinterlassenschaften. Dies nicht weil schlecht oder gar nicht geforscht wurde, sondern aus Mangel an Quantität. Das 2. Jahrhundert war eine Zeit langer Friedensperioden. Nicht mehr benötigte oder defekte Gegenstände wurden schlicht recycelt. So gelangte nur ein geringer Teil als Verluststücke unter die Erde und wurde uns überliefert. |
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| Gesellschaft für interaktive Experimentalarchäologie
in Deutschland e. V. | |||